75 Eiserne stürzen sich zum Winterschwimmen in die Vils

Eines immer größeren Zuspruchs sowohl von Teilnehmern als auch von Zuschauern erfreut sich das traditionelle Wintervilsschwimmen der Hahnbacher Wasserwacht. Bereits zum 36. Mal stand es auf dem Programm der rührigen Ortsgruppe. 75 Teilnehmer quer durch alle Altersschichten gingen bei dem eiskalten Unternehmen an den Start. Bereits in den Tagen zuvor hatten Aktive der Ortsgruppe die etwa zwei Kilometer lange Strecke zwischen der Hahnbacher Vilsbrücke und dem Ziel unterhalb der Käranlage am „Kickenweiher“ von Hindernissen und Unrat befreit.


So konnten sich am Dreikönigstag die mit Neoprenanzügen und Schwimmflossen ausgerüsteten Schwimmer nach dem Startschuss und einem dreimaligen „Patsch Nass“ unter dem Beifall vieler Zuschauer bei zwei Grad Lufttemperatur und vier Grad im Wasser in die Vils stürzen. Der etwas geringe Wasserstand verleitete anfangs einige, von ihren Fans am Ufer begleitet, die Strecke zu Fuß anzugehen. Dies tat aber der eher ausgelassenen Stimmung keinen Abbruch.


Viele auswärtige und einheimische Schlachtenbummler empfingen die ersten „hartgesottenen“ Schwimmer schon nach 35 Minuten an der Ausstiegstelle mit heißem Tee und vielen Komplimenten. Mit Unterstützung wohl vorgewärmter Einsatzfahrzeuge der Ortsgruppen aus Auerbach, Sorghof und Vilseck wurden sie zu einer warmen Dusche ins Hallenbad zurückgebracht. Zur Freude aller hatte der ärztliche Betreuer, Dr. Franz Prösl, von keinen nennenswerten medizinischen Vorkommnissen zu berichten.


Im vollbesetzten Gasthof Ritter freute sich BRK- und Wasserwachtsvorsitzender Daniel Weidner bei seiner Bilanz über zehn teilnehmende Mannschaften, darunter 23 Frauen, und den unfallfreien Verlauf. Bei der örtlichen Feuerwehr bedankte er sich für den Abspritzdienst. Rückblickend berichtete er, dass heuer die 2000. geschwommene Strecke zurückgelegt wurde. Alle Teilnehmer erhielten Erinnerungsurkunden, die drei Gruppen mit den meisten aktiven Schwimmern Pokale. Mit 21 Startern belegte die Wasserwacht-Ortsgruppe Hirschau den ersten Platz, gefolgt von Vilseck mit 15 und Amberg mit 14. Als ältestem Teilnehmer wurde dem 63-jährigen Jonny Graf aus Berg, Landkreis Neumarkt, mit einem Präsent der Marktgemeinde gratuliert. An Martin Rauch wurde das Bronze-Abzeichen für Langstreckenschwimmen verliehen.


Weidner bedankte sich bei allen, die diese Veranstaltung ermöglichten. Hahnbachs Bürgermeister Bernhard Lindner freute sich über den reibungslosen Ablauf und dankte für die gute Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde, insbesondere bei der Aufsicht im Hallenbad. Für die anderen Ehrengäste hatte stellvertretender Vorsitzender der Wasserwacht Bayern anerkennende Worte und bezeichnete den Nachmittag als Familientreffen. Die ständige steigende Teilnehmerzahl sei eine Demonstration für die Wasserwacht und der Einsatzbereitschaft an die Bevölkerung. Neben dem unverkennbaren Spaßfaktor habe dieses Schwimmen auch den ernsthaften Hintergrund, das persönliche Leistungsvermögen unter Beweis zu stellen. Die OG Hahnbach sei mit dieser Veranstaltung auch über die Landkreis hinaus zu einem Begriff geworden.